Im Geschäftsbereich Standortpolitik sind alle Aufgaben der IHK Lüneburg-Wolfsburg zusammengefasst, die wirtschafts- und strukturpolitischer Natur sind. Diese haben eine hohe Relevanz für die Wettbewerbsfähigkeit des IHK-Bezirks als Wirtschaftsstandort und damit auch für die zugehörigen Unternehmen.

Interview mit Harald Kätker, Referent Raumordnung und Handel

Wie setzen Sie Geomarketing-Analysen ein?

Wir visualisieren die vielen Daten, mit denen wir als IHK zu tun haben. Diese Art der Datenverarbeitung ist wesentlich aussagekräftiger als eine Tabellendarstellung – man sieht auf einer Karte das Wichtigste auf einen Blick. Gerade in unserem großen Kammerbezirk mit acht Landkreisen und über 200 Gemeinden sind Kartendarstellungen sehr nützlich. Die Karten lassen sich auch gut kommunizieren, ohne dass die Basisdaten herausgegeben werden, was manchmal aus Gründen des Datenschutzes notwendig ist.

Wir stellen mit RegioGraph für interne Aufgabenstellungen auch Firmendaten unserer IHK-Mitgliedsbetriebe dar, etwa um zu erkennen, welche Betriebe von Bebauungsplanverfahren oder Flächennutzungsplanänderungen betroffen sind. Durch einfaches Einlesen unserer Adressdaten im jeweiligen Gebiet sehen wir in RegioGraph sofort, welche benachbarten Betriebe von einer Planung tangiert wären. Mit der exportierten Excel-Datei lassen sich bei umfangreicheren Planungen schnell Serienbriefe erstellen, mit denen wir Unternehmen über Details informieren.

Welche Auswertungen sind dabei für die IHK-Arbeit von besonderer Relevanz?

Wir arbeiten viel mit Flächeneinfärbungen nach Kategorien auf Ebene von Landkreisen
oder Gemeinden. Für zahlreiche verschiedene Indikatoren lassen sich damit die Stärken und Schwächen unserer Region visuell darstellen. Oft erstellen wir auch thematische Karten mit Diagrammen. Ein Beispiel: Die Anteile der Betriebe nach Wirtschaftszweigen als Tortendiagramm, das jedem Landkreis zugeordnet ist. So sieht man auf einen Blick, in welchem Landkreis welche Schwerpunkte liegen oder noch Potenziale sind.

Auch Daten innerhalb eines Themenbereichs, etwa dem Einzelhandel, lassen sich sehr gut mit RegioGraph darstellen. Etwa über die Darstellungsoption „Symbole nach Klassen“ können wir Betriebe bestimmter Handelsbereiche lokalisieren und mit einem Symbol, dessen Größe sich an der Verkaufsfläche orientiert, versehen. Und RegioGraph hilft uns auch bei der Darstellung von Erreichbarkeiten im Verkehrsbereich. Damit lässt sich zum Beispiel abschätzen, welchen Nutzen ein Autobahnanschluss für bestimmte Orte bietet und wo die Anbindung noch verbessert werden sollte. Dies ist mit einer Karte sofort erkennbar.

Die RegioGraph-Anwender der IHKs im Norden sind gut vernetzt…

Ja, denn nicht nur die IHK Lüneburg-Wolfsburg arbeitet mit RegioGraph. Der Mehrwert der Karten hat auch viele andere IHKs überzeugt. Da RegioGraph mittlerweile ein selbstverständlicher Teil unserer Auswertungen geworden ist, treffen sich alle Anwender der IHKs im Norden einmal jährlich zum Erfahrungsaustausch und um sich gegenseitig Tipps zu geben, wie man die Kartenanalysen einsetzen kann.

Ihr Fazit zur Arbeit mit RegioGraph?

Die Kartendarstellungen haben sich schnell etabliert. Unsere Mitarbeiter sind sehr kreativ, immer neue Anwendungsideen zu entwickeln. Ich arbeite mehrfach in der Woche mit dem Programm, auch im Auftrag von Kollegen. Da die Karten viel anschaulicher als Tabellen sind, ist die Nachfrage nach Kartenanalysen intern sehr groß, besonders auch für Veröffentlichungen. Fünf Mitarbeiter haben eine RegioGraph-Lizenz. Ich selbst habe dabei die Rolle des internen RegioGraph-Experten übernommen, da ich das Programm nun schon seit einigen Jahren kenne. Toll an der neuen Version finde ich die Möglichkeit, Firmendaten auf Straßenabschnittsebene zu lokalisieren und zu analysieren. Trotz der oft recht komplexen Fragestellungen ist RegioGraph sehr anwenderfreundlich.
Bei sehr kniffligen Fragen wende ich mich aber auch immer gerne an Ihre Hotline – die liefert stets sehr schnelle und hilfreiche Antworten.

Vielen Dank für das Interview.

Über die IHK Lüneburg-Wolfsburg:

Eine zentrale Aufgabe des IHK-Geschäftsbereichs Standortpolitik ist die Interessenvertretung der Wirtschaft auf dem Gebiet der Entwicklung der regionalen Standortbedingungen, insbesondere der Verkehrswege und technologischen Infrastruktur, der Raumordnung und des Regionalmarketings.
Dazu wirkt die IHK an öffentlichen Planungsvorhaben, wie z.B. bei Raumordnungsverfahren, Flächennutzungsplänen und Bebauungsplänen ebenso mit, wie bei Verfahren der Rohstoffsicherung oder bei wasserwirtschaftlichen und naturschutzrechtlichen Verfahren, welche die Wirtschaft berühren. In zahlreichen Gutachten zur Errichtung von Einzelhandelsgroßprojekten werden städtebauliche und raumordnerische Auswirkungen analysiert, sich widersprechende Unternehmensinteressen gegeneinander abgewogen und das Ergebnis öffentlichen Stellen als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung gestellt.

Das Interview stammt aus dem GfK Geomarketing Magazin 03/2013.

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