Für was geben die Deutschen ihre Einzelhandelskaufkraft von 5.413 Euro pro Kopf aus? Vor allem für Nahrungs- und Genussmittel, Baumarktartikel und Bekleidung. Dabei unterscheidet sich das Konsumverhalten der Berliner deutlich von dem der Bayern oder der Hamburger, wie die aktuelle Studie zur regionalen Sortimentskaufkraft 2012 von GfK GeoMarketing belegt.

Die Einzelhandelskaufkraft der Deutschen wurde aktuell in der Studie „GfK Sortimentskaufkraft 2012“ für 17 Sortimentsobergruppen aufgeschlüsselt:

Neben den 17 Sortimentsobergruppen unterscheidet die GfK-Studie das regionale Kaufkraftpotenzial auch für rund 60 Einzelsortimente. Exemplarisch werden im Folgenden die regionalen Kaufkraftpotenziale für die drei Einzelsortimente Backwaren, Gesundheit und Pflege sowie Fahrräder betrachtet.

Backwaren

Für Backwaren stehen im Jahr 2012 laut GfK-Prognose 121 Euro je Einwohner an Kaufkraft zur Verfügung. Dort wo die Einzelhandelskaufkraft hoch ist, ist auch tendenziell das Ausgabepotenzial für Backwaren hoch. So liegt in fünf der sechs Bundesländer (Hamburg, Bayern, Hessen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen in absteigender Reihenfolge der EHK je Einwohner) mit einer überdurchschnittlichen Einzelhandelskaufkraft auch die Nachfrage nach Backwaren über dem Durchschnitt. Rheinland-Pfalz weist allerdings einen leicht überdurchschnittlichen Wert (123 Euro je Einwohner) bei Backwaren, jedoch nicht bei der Einzelhandelskaufkraft, auf.

Hamburg ist an der Spitze der Bundesländer-Rangfolge. Hier haben die Einwohner 127 Euro Kaufkraft für Backwaren zur Verfügung und liegen damit fünf Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Bei der Einzelhandelskaufkraft schneidet die Hansestadt noch höher ab, nämlich neun Prozent (5.899 Euro je Einwohner) über dem Bundesdurchschnitt. Währenddessen belegt Berlin, das bei der Einzelhandelskaufkraft nur leicht unterdurchschnittlich ist, bei Backwaren den letzten Platz: Ein Berliner gibt jährlich im Schnitt fast 17 Prozent (105 Euro je Einwohner) weniger für Backwaren als ein Hamburger aus.

Gesundheit und Pflege

Das Sortiment Gesundheit und Pflege beinhaltet medizinische und orthopädische Artikel, pharmazeutischen Bedarf (frei verkäufliche Gesundheitsprodukte), Körperpflege-, Kosmetik- und Hygieneprodukte, Papierwaren sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel für die Haushaltsführung.

In diese Waren investieren die Deutschen durchschnittlich fast acht Prozent (427 Euro je Einwohner) ihrer Einzelhandelskaufkraft – rund ein Fünftel dessen, was für den Foodbereich jährlich ausgegeben wird. Gesundheit und Pflege liegt damit an vierter Stelle der Non-Food-Sortimentsgruppen. Nur in die Sortimente Baumarkt, Bekleidung und Einrichtungsbedarf wird mehr Geld gesteckt.

Die Kaufkraftverteilung für Gesundheits- und Pflegeprodukte ist regional höchst unterschiedlich. Hamburg liegt auch hier wieder an der Kaufkraftspitze (501 Euro je Einwohner) der Bundesländer, und das sogar mit über 17 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. Berlin und Bremen nehmen mit einer um etwa fünf Prozent über dem Durchschnitt liegenden Kaufkraft für Gesundheit und Pflege den zweiten und vierten Platz ein.

Fahrräder

Für Fahrräder stehen den Deutschen 2012 rund 34 Euro je Einwohner zur Verfügung. Das macht ein gutes Drittel des Hauptsortiments Sportbedarf und Camping aus.

Auf dem ersten Rang liegt Bayern mit 39 Euro je Einwohner und hat damit 1,6 Mal so viel Kaufkraft für Fahrräder wie die Einwohner des letztplatzierten Bundeslandes Sachsen zur Verfügung. Sachsen liegt bei diesem Sortiment fast 30 Prozent (24 Euro je Einwohner) unter dem Bundesdurchschnitt. Auch in den drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg ist die Kaufkraft je Einwohner für Fahrräder unter dem Bundesdurchschnitt – in Berlin 16 Prozent und Bremen sogar 18 Prozent.

Zur Studie

Die Studie „GfK Sortimentskaufkraft 2012“ basiert auf unterschiedlichen Erhebungen und Analysen des Einkaufsverhaltens von Verbrauchern im Einzelhandel. Diese Verbraucherinformationen werden von der GfK anhand der soziodemografischen Beschreibung der Haushalte auf die Wohnumfeld-Merkmale der mikrogeografischen Datenbank GfK Point Plus® übertragen. So werden die Informationen zum Verbraucherverhalten mit der regionalen Ebene verknüpft. Die Daten sind flächendeckend und regionalisiert für alle administrativen und postalischen Gebiete Deutschlands erhältlich, von den Bundesländern über Kreise und Gemeinden bis hin zu PLZ5.

Die Kaufkraft wird als nominaler, das heißt. nicht inflationsbereinigter, Prognosewert ausgewiesen. Sie bezieht sich immer auf den Wohnort, nicht auf den Einkaufsort. Die Daten stellen Durchschnittswerte für alle Einwohner einer Region dar. Rückschlüsse auf die Vermögenswerte von[nbsp] Einzelpersonen sind daher falsch.

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