Kennen Sie Ihre Kundinnen und Kunden? Wissen Sie, wo sie wohnen? Wie kaufkräftig sie sind? Ob sie Kinder haben?

Je genauer ein Unternehmen seine Kunden kennt, umso besser weiß es, wo sich Werbung lohnt und wo eher nicht. Geomarketing heißt das Instrument, das den klassischen Marketingmix um räumliche und standortbezogene Faktoren ergänzt und die Streuverluste verringert. Für Sebastian Franzbach und Benjamin Beloch war es 2008 der Start in die Selbstständigkeit.

Heute präsentieren sich die beiden Betriebswirte als Experten für Marketing und Vertrieb in Gronau. Sie beraten Unternehmen bei Positionierung und Marketing, ihr strategischer Schwerpunkt liegt im Geomarketing und Kundenkontaktmanagement. Sebastian Franzbach war 24 Jahre alt, als er sich noch während des Studiums an der Saxion Hogeschool Enschede selbstständig machte. „Das Alter ist auch mal eine Barriere“, sagt er über den frühen Start. „Aber wenn wir als Experten für Geomarketing angefragt werden, ist unser Alter absolut zweitrangig, da ist das Fachwissen gefragt.“ Und so schauen die beiden Jungunternehmer sehr genau, welche Kunden zu ihnen passen, sie erreichen als Spezialisten große und auch etablierte Unternehmen und sind Partner für Projekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Das alles mit einem weiten Blick. Schließlich wollen sie die Nähe und die Kontakte zu den Niederlanden nutzen und auch den Kunden damit internationale Perspektiven eröffnen.
Sebastian Franzbach und Benjamin Beloch haben keinen Moment darüber nachgedacht, sich nach dem Studium eine Stelle zu suchen. Die Selbstständigkeit ergab sich ganz organisch aus dem praxisorientierten Studium und der unternehmensbezogenen Projektarbeit an der Hochschule. Ihre Gründungserfahrungen aus der Anfangszeit geben sie gern weiter. „Für das Dienstleistungsmarketing“, so die Erfahrung der beiden, „sind Referenzen und Empfehlungskunden unverzichtbar.“ Auch wenn man zu Beginn der Selbstständigkeit noch keine Neukunden gewonnen habe, sei es möglich, Referenzen zu präsentieren: „Vielleicht hat man Bekannte beraten oder begleitet, vielleicht im Studium an Projekten mitgearbeitet. Das alles kann man nutzen und zeigen.“
Gerade im Dienstleistungsbereich, so Sebastian Franzbach, sei eine klare Positionierung wichtig. „Der Kunde muss genau wissen, welche Leistung er für sein Geld bekommt. Wer mit einer falschen Erwartung kommt, kann nicht zufrieden sein.“ Die Herausforderung im Marketing bestehe dann darin, „die Erwartung des Kunden zu definieren und sie dann zu übertreffen.“ Dabei sei der erste Kunde immer der wichtigste, „im besten Fall habe ich ihn schon vor der Gründung“. Nicht zu unterschätzen sei auch der, der sich beschwere. „Wenn Sie den gut bedienen, haben Sie den besten Empfehler überhaupt.“

Der Jungunternehmer kann sich gut an die ersten Monate im eigenen Unternehmen erinnern. „Wir hatten alles eingerichtet und eingekauft und brauchten Kunden. Nach der ersten Akquisewelle haben wir dann die Aufträge abgearbeitet. Und plötzlich festgestellt, dass wir vergessen hatten, parallel neue Kunden zu akquirieren.“ Auch diese Erfahrung geben sie als Paten gerne weiter. Verbunden mit einem Tipp, den Sebastian Franzbach selbst beherzigt: „Ich versuche jeden Tag drei Dinge zu tun, die noch in einem Jahr nützlich sein können.“

Weitere Informationen: www.unternehmerinnenbrief.de

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